Das Baumhaus im Garten – Fantasiereise für Kinder zum Malen
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Ein altes Gartentor steht vor dir, aus dunklem, verwittertem Holz, ein wenig schief und nicht ganz geschlossen. Zwischen den Latten schimmert helles Grün hindurch, dicht und leuchtend im Vormittagslicht. Der Geruch von frischem Gras und feuchter, dunkler Erde weht dir warm und erdig entgegen. Du legst die Hand auf das raue, von der Sonne getrocknete Holz und drückst das Tor langsam auf. Es knarrt ein wenig, und dahinter tut sich ein Garten auf, den du noch nie zuvor gesehen hast.
Du gehst einen Schritt hinein und bleibst erst einmal stehen, um dich in Ruhe umzuschauen. Vor dir führt ein schmaler Weg aus flachen, moosigen Steinen durch hohes Gras, das sanft im Wind schaukelt. Zwischen den Steinen wachsen Gänseblümchen, und manche Stellen am Rand sind feucht und dunkel vom Morgentau. Die Vormittagssonne fällt in breiten, hellen Streifen durch die Baumkronen am Rand des Gartens. Ein Vogel ruft irgendwo über dir, kurz und klar, und dann ist es wieder ganz still.
Du gehst den Steinweg entlang und spürst, wie das hohe Gras leise an deinen Beinen streift. Bei jedem Schritt knirschen die flachen Steine unter deinen Füßen, trocken und fest und ein bisschen sandig. Der Weg macht nach ein paar Schritten eine sanfte Biegung nach links, und die Steine werden etwas größer. Dort stehen drei dichte Büsche mit dunkelgrünen, glänzenden Blättern, die fast den Weg berühren. Hinter den Büschen ragt etwas Braunes aus dem Grün heraus, aber du erkennst es noch nicht.
Nach der Biegung wird der Garten auf einmal breiter, und das Licht wird wärmer als zuvor. In der Mitte steht ein großer, alter Baum mit einem breiten, dunklen Stamm und langen Ästen. Die Blätter oben sind dicht und dunkel und werfen ein bewegtes Schattenmuster auf den Boden unter dem Baum. Der Stamm ist so breit, dass du ihn mit beiden Armen nicht umfassen könntest. An seinen Wurzeln wächst Moos, samtig und feucht, und dazwischen liegen ein paar glatte, runde Steine.
Du schaust nach oben in die Krone, und dort, zwischen zwei dicken Ästen, entdeckst du etwas. Ein Baumhaus sitzt dort oben zwischen den Ästen, aus braunen Brettern gebaut und ein wenig windschief. Das Dach ist schräg, und an manchen Stellen wächst weiches, grünes Moos darauf, das im Licht schimmert. An einer Seite hat es ein offenes Fenster, nicht sehr groß, durch das der Wind leise hindurchstreicht. Ein Vogel mit braunem Gefieder sitzt gerade auf dem Fensterrand und dreht aufmerksam den Kopf.
Am Stamm lehnt eine Leiter aus glatten, trockenen Holzsprossen, schmal und sorgfältig aufgestellt. Sie führt von unten hinauf bis zur Öffnung im Boden des Baumhauses, gerade und sicher, Stufe für Stufe. Die Sprossen sehen fest aus, manche ein wenig abgegriffen, und auf einer liegt ein einzelnes Blatt. Du gehst zum Baum hinüber und legst beide Hände auf die unterste Stufe der Leiter. Das Holz fühlt sich trocken und von der Vormittagssonne angenehm erwärmt an unter deinen Fingern.
Du steigst langsam hinauf, Sprosse für Sprosse, und mit jedem Schritt werden die Blätter dichter um dich herum. Sie rauschen leise über deinem Kopf, und das Sonnenlicht fällt in hellen Flecken durch das Blätterdach. Der Vogel am Fenster fliegt auf und setzt sich auf einen nahen Ast, ganz nah bei dir. Er legt den Kopf schief und schaut dir dabei zu, ruhig und ohne Scheu. Ganz oben angekommen steigst du durch die Öffnung im Boden und bist drinnen im Baumhaus.
Der Boden besteht aus breiten, glatten Brettern, die unter deinen Füßen ein wenig knarren und federn. Durch das offene Fenster fällt das warme Vormittagslicht herein und zeichnet ein helles Viereck auf das Holz. Die Wände sind aus braunen Brettern, und zwischen den schmalen Ritzen schimmert dünnes Tageslicht hindurch. In einer Ecke liegt ein verblichenes Kissen, weich und ein wenig staubig, aber noch gemütlich. Daneben steht ein alter Holzeimer, in dem ein paar glatte, runde Steine liegen, wie gesammelte Schätze.
Du setzt dich neben das offene Fenster und schaust hinaus in den Garten unter dir. Von hier oben sieht alles ganz anders aus als vorhin unten auf dem Steinweg zwischen dem hohen Gras. Du kannst über die Halme hinwegblicken und den ganzen Weg bis zum Gartentor verfolgen. Neben dem Baum entdeckst du ein Blumenbeet mit bunten, leuchtenden Blüten, das du vorher gar nicht bemerkt hast. Bunte Blüten stehen dort in einer Reihe, gelb und rot und lila, leuchtend in der Sonne.
Der Vogel von vorhin ist zurückgekommen und sitzt jetzt wieder auf dem Fensterrand neben dir. Er legt den Kopf zur Seite, schaut dich an mit seinen kleinen Augen und bleibt dabei ganz ruhig. Dann pickt er einmal kurz mit dem Schnabel aufs Holz und flattert wieder in die Blätter hinauf. Die Äste rund um das Baumhaus wiegen sich sanft im Wind, und die Schatten tanzen über den Boden. Irgendwo tief unten im Garten summt eine Biene, langsam und gleichmäßig und zufrieden.
Du lehnst dich zurück und hörst den Geräuschen zu, die aus dem Garten nach oben steigen. Der Wind streicht durch die Blätter über dir, und das hohe Gras dort unten raschelt ganz leise. Das helle Viereck am Boden ist ein wenig zur Seite gewandert, weil die Sonne weitergezogen ist. Alles hier oben fühlt sich geschützt an, wie ein verborgener Platz, der nur dir allein gehört. Du schließt für einen Moment die Augen und atmest den Geruch von Holz und Gras und Sonne ein.
Der Garten liegt grün und sonnig unter dir. Alles ist ruhig und warm und weit.
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https://www.sylwias-ausmalwelt.de/fantasiereisen-fuer-kinder-zum-malen/
Worum geht es in dieser Geschichte?
Das Baumhaus im Garten – Fantasiereise für Kinder zum Malen führt in einen stillen, sonnigen Garten, der schon am alten Gartentor beginnt. Zwischen verwittertem Holz, hohem Gras und einem schmalen Weg aus moosigen Steinen entsteht nach und nach eine ruhige Bildwelt, die Kinder beim Zuhören ganz leicht vor sich sehen können. Jeder Schritt macht diesen besonderen Ort ein wenig greifbarer: die Biegung des Weges, die dichten Büsche, der große Baum mit seinem breiten Stamm und schließlich das kleine Baumhaus zwischen den Ästen.
Besonders schön ist, wie diese Fantasiereise für Kinder zum Malen nicht von großen Ereignissen lebt, sondern von stillen Wahrnehmungen. Das warme Vormittagslicht fällt durch die Blätter, ein Vogel sitzt am Fenster, auf dem Dach wächst weiches Moos, und oben im Baumhaus warten knarrende Holzbretter, ein verblichenes Kissen und ein Eimer mit gesammelten Steinen. Von dort aus öffnet sich der Blick über den Garten, über den Weg bis zurück zum Gartentor und hinunter zu einem Blumenbeet mit leuchtenden Blüten.
So entsteht ein geschützter Ort voller Ruhe, Licht und kleiner Entdeckungen – eine sanfte Einladung zum Zuhören, Vorstellen und späteren Malen.
Besonders geeignet ist diese Fantasiereise für:
– ruhige Momente am Tag
– kleine Pausen zwischendurch
– den Abend vor dem Einschlafen
– Kinder, die sich gern Bilder im Kopf vorstellen
– Kinder, die ruhige, malbare Fantasiewelten mögen



